Traditioneller Bogenbau

Wie ihr euch bei meinem Bloguntertitel vielleicht schon denken könnt, liebe ich es Dinge selbst zu machen. Für gewöhnlich sind das kleine Sachen, weil ich für größere Projekte keine Ausdauer und Geduld habe. Nun haben wir zu Weihnachten einen Bogenbaukurs bei GPW History Tools & Archery bekommen der jetzt am Wochenende stattgefunden hat und es war sooo geil.

Meine Erfahrungen mit Holzbearbeitung beschränkten sich bisher auf ein Relief, dass wir im Kunstunterricht herstellen mussten und bei dem ich ziemlich viel geflucht habe und einige nicht weiter nennenswerte Bastelversuche mit Holz. Das Holz, welches ich mir für den Bogen ausgesucht habe ist Manau (Rattan) eine ziemlich weiche Holzart. Dass es ziemlich unwahrscheinlich ist, da was kaputt zu machen hat mich sehr beruhigt. Bei der ersten Betrachtung wirklich ein bemerkenswertes Material, extrem biegsam und von Löchern durchzogen. Sieht aus als ob eine Armee Holzwürmer längs durch das Holz gezogen ist.

Das Stück Holz, dass wir bekamen erinnerte nur sehr rudimentär an einen Bogen, wir stellten uns also mal auf ein bisschen Arbeit ein. Am Freitag lernten wir erst einmal was über die verschiedenen Bogenarten und physikalische Hintergründe und dann durften wir loslegen und mit den Pfeilen beginnen. Hierfür gab es für jeden 3 Rundhölzer aus Fichte. „Naja, Kerbe rein, Spitze drauf, Federn ankleben und fertig!“ … oder etwa nicht? Ich kann nur sagen, am Ende des Tages sah da noch gar nix aus wie ein Pfeil. Wir hatten die Kerbe, in die nachher die Sehne eingelegt wird, und wir haben die Spitze angeklebt. Das war’s. Puh ganz schön viel Arbeit.

Am Samstag ging es dann erst mal nicht mit den Pfeilen weiter, sondern es ging an den Bogen. Der Tag bestand aus viel biegen, schleifen, tillern – das heißt gucken ob die beiden Wurfarme gleichmäßig gekrümmt werden beim spannen – und weiter schleifen bis endlich alles gleichmäßig ist. Die Sehne herstellen war dann so richtig was für mich. Hier konnte ich als einzige Frau und vor allem als Einzige ohne viel Erfahrung mit Handwerk und Werkzeug endlich mal aufholen. Der Sonntag bestand dann nochmal aus biegen schleifen und tillern und dann haben wir auch noch endlich unsere Pfeile fertig gemacht. Aber mit „mal eben“ Federn ankleben war das dann auch irgendwie nix. Ziemlich aufwändig das Ganze.

Nachmittags durften wir dann endlich mit dem eigenen Bogen schießen. Ein Wahnsinns-Gefühl! Alles in Allem kann ich so einen Kurs absolut empfehlen! Es war ein wunderbares Wochenende! Ich habe viel gelernt, vor Allem, dass ich wenn ich mal ein bisschen dazu gezwungen werde Geduld zu haben und nicht gleich beim ersten Versuch zu sagen „ja ist schief, schießt bestimmt nicht geradeaus, ist ja auch egal, passt schon, besser gehts halt nicht.“ ich auch Sachen bauen kann, die nicht so dahingepfuscht sind. (Wozu ich sonst auf Grund meiner Ungeduld sehr neige.) Ich hoffe ich erinnere mich beim nächsten Bastelprojekt mal daran 🙂

 

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Danke noch mal an Bianca und Jurek von GPW History Tools & Archery

 

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